Gelbliche Fliesen aus den Achtzigern, ein Muster, das nie dein Geschmack war, oder eine Mietwohnung, in der du nicht renovieren darfst: Fliesen zu folieren ist die schnellste und günstigste Art, Bad und Küche zu verwandeln. Ohne Staub, ohne Fliesenleger und, bei der richtigen Folie, auch wieder entfernbar.
Fliesenfolie oder Fliesenaufkleber?
Es gibt zwei Wege. Fliesenaufkleber sind einzelne Motive in Fliesengröße, die du Fliese für Fliese aufklebst. Sie eignen sich für Akzente, etwa einzelne Muster-Fliesen in einer weißen Wand. Fliesenfolie klebst du dagegen großflächig über mehrere Fliesen. Damit verschwindet das alte Fliesenbild komplett, zum Beispiel unter einer durchgehenden Marmor- oder Betonoptik.
Welche Folie eignet sich?
Für Fliesen brauchst du eine Folie, die wasser- und reinigungsbeständig ist und sich gut an leichte Unebenheiten anschmiegt. Gut geeignet sind unsere Möbelfolien:
- Möbelfolie Marmor für ein helles, edles Bad
- Möbelfolie Stein und Beton für einen modernen Industrie-Look in der Küche
- Möbelfolie uni matt für ruhige, einfarbige Flächen
Eigene Muster oder Fotos lassen sich als bedruckter Wandaufkleber umsetzen, zum Beispiel als individuelle Fliesenaufkleber im Retro-Stil. Mit Mattlaminat sind sie abwischbar und unempfindlich.
Wo Fliesenfolie an Grenzen stößt
- Bodenfliesen: Normale Folie hält der Belastung durch Schuhe und Möbel nicht stand. Hier brauchst du spezielle, rutschhemmende Bodenfolie.
- Dusche und Badewannenrand: Ständiges Wasser und Dampf direkt im Duschbereich vertragen sich auf Dauer nicht mit Klebefolie. Spritzbereiche am Waschbecken sind dagegen kein Problem.
- Direkt hinter dem Herd: Bei Gasherden und starker Hitze lieber einen Abstand lassen oder eine Glasplatte davorsetzen.
- Tiefe Fugen: Folie überbrückt Fugen, drückt sich aber mit der Zeit leicht hinein. Bei sehr breiten Fugen sieht man das Fliesenraster später noch.
Schritt für Schritt: Fliesen folieren
- Gründlich reinigen: Fliesen mit Spülmittel und anschließend mit Isopropanol entfetten. Kalk und Seifenreste verhindern sonst, dass die Folie hält.
- Fugen vorbereiten: Bröselige Fugen ausbessern und trocknen lassen. Wer eine ganz glatte Fläche möchte, kann die Fugen vorher mit Fugenspachtel auffüllen.
- Silikon entfernen: An Rändern zu Waschbecken und Arbeitsplatte das alte Silikon herausschneiden. Nach dem Folieren ziehst du eine neue Silikonfuge.
- Bahnen zuschneiden: Miss die Fläche aus und schneide die Bahnen mit 2 bis 3 cm Zugabe an jeder Seite zu.
- Von oben nach unten kleben: Trägerpapier nur ein Stück ablösen, die Folie oben ansetzen und mit einem Rakel mit Filzkante von der Mitte nach außen andrücken. Dann Stück für Stück weiter abziehen.
- Kanten und Steckdosen: Überstände mit einem scharfen Cuttermesser entlang der Kante abschneiden. Steckdosenrahmen vorher abschrauben und die Folie darunter ausschneiden.
- Nacharbeiten: Kleine Luftblasen mit einer Nadel anstechen und glatt streichen. An Kanten etwas Wärme mit dem Föhn geben, damit die Folie gut anliegt.
Ausführliche Tipps zum Umgang mit Möbelfolie findest du in unserem Beitrag Möbelfolie aufkleben.
Was kostet es, Fliesen zu folieren?
Ein Fliesenspiegel in der Küche hat oft 2 bis 3 m². Mit Möbelfolie in Marmor- oder Betonoptik zu rund 24,11 € pro m² liegst du damit bei etwa 50 bis 75 € Material, inklusive MwSt. Ein Badezimmer mit 8 m² Wandfläche kommt auf rund 190 €. Neue Fliesen inklusive Handwerker kosten ein Vielfaches.
Lässt sich die Folie wieder entfernen?
Ja. Erwärme die Folie mit dem Föhn und ziehe sie langsam in einem flachen Winkel ab. Kleberreste auf der Glasur entfernst du mit Isopropanol. Wie das genau geht, steht in unserem Beitrag Kleberreste und Aufkleber entfernen. Das macht Fliesenfolie auch für Mietwohnungen interessant. Sprich größere Veränderungen trotzdem vorher mit deinem Vermieter ab.
Alle Dekore findest du in der Kategorie Möbelfolien und Dekore.